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Skypen, Online-TV & Google-Translator: Beteiligung pflegebedürftiger Menschen am technischen Fortschritt in den Hausgemeinschaften Eilenriedstift

Die Hausgemeinschaften Eilenriedestift in Hannover sind spezialisiert auf schwere bis schwerste Demenz. Als mit der Corona-Pandemie die Zutrittsverbote in Altenheimen begannen, kaufte die Einrichtung sieben Tablets, um mit internetbasierten Messaging-Diensten wie Skype eine visuelle Kommunikation mit den Angehörigen aufrechtzuerhalten. Da es zu dieser Zeit nur WLAN im Dienstzimmer gab, bewarb sich die Einrichtung für das Förderprojekt „Digitalisierung im Gesundheitswesen“ des niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie mit dem Ziel, das komplette Haus mit WLAN auszustatten. „Es war für mich nicht hinnehmbar, dass Videotelefonate nur in unserem Dienstzimmer stattfinden konnten“, berichtet Einrichtungsleiterin Alicja Klasen. „Wir wollten den Bewohnerinnen und Bewohnern unbedingt mehr Privatsphäre bieten. Dank des Förderprojekts ist uns das gelungen.“

Sogleich informierte die Einrichtung alle Angehörigen, dass sie ab sofort nicht nur über das reguläre Telefon Kontakt aufnehmen konnten, sondern auch über das Internet. „Zu Beginn war die Videotelefonie für die Seniorinnen und Senioren noch ungewohnt“, erinnert sich die Einrichtungsleiterin. „Manche schauten sogar hinter das Tablet, ob sich dort die Person befindet, die man im Bildschirm sah. Inzwischen verstehen aber viele das Prinzip hinter der Videotelefonie.“

 

Durch den WLAN-Ausbau und die Nutzung moderner Technologien werden die pflegebedürftigen Menschen der Hausgemeinschaften Eilenriedestift am technischen Fortschritt beteiligt. Mittlerweile besitzen alle sieben Hausgemeinschaften jeweils zwei Tablets. Vor allem eine Bewohnerin, deren Tochter in Australien lebt, profitiert noch heute nach Corona von den technischen Neuerungen, da sich beide nun virtuell regelmäßig sehen können. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese neue Form der gesellschaftlichen Teilhabe die Lebensqualität der Seniorinnen und Senioren enorm fördert“, konstatiert die Einrichtungsleiterin.

 

Der Internetausbau ist aber auch hinsichtlich weiterer Aspekte gewinnbringend. So werden jetzt auch Fernsehprogramme aus anderen Ländern empfangen, wodurch Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationshintergrund Nachrichten und Filme in ihrer Muttersprache sehen können. „Das ist vor allem bei dementiell veränderten Menschen wichtig, da mit dem Schwinden des Kurzzeitgedächtnis auch die Fähigkeit verloren geht, in einer später erlernten Sprache zu kommunizieren“, erklärt Alicja Klasen. „So haben wir russisch- und türkischstämmige Bewohnerinnen, die Deutsch jahrzehntelang während ihres Berufslebens sprachen, doch jetzt nicht mehr beherrschen.“ Vor diesem Hintergrund dient das überall im Haus verfügbare Internet auch dazu, mit Online-Übersetzungsprogrammen besser mit Menschen, die nicht in Deutschland aufgewachsen sind, zu kommunizieren.

 

Ein paar Visionen bleiben dennoch: „Wir stellen uns vor, dass man zukünftig eine Arzt-Visite auch aus seinem Zimmer machen kann“, berichtet die Einrichtungsleiterin. „Weiterhin wünsche ich mir, dass irgendwann über Kopfhörer Simultanübersetzungen möglich sind. Das wäre auch für unsere Auszubildenden aus Nepal, Marokko und Kamerun sehr hilfreich. Wir hören nicht auf zu träumen, denn jeder neuen Wirklichkeit geht ein Traum voraus.“

 

 

Kontakt
Hausgemeinschaften Eilenriedestift gGmbH 
Frau Alicja Klasen (Einrichtungsleiterin)
Müdener Weg 48 
30625 Hannover
Telefon: 0511-94094-0
E-Mail: alicja.klasen@hg-estift.de

am January 21, 2024 veröffentlicht
HVZ-Redaktion
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