Einen Teil der Kosten für die Pflege in einem Pflegeheim müssen die Bewohner aus der eigenen Tasche zahlen. Dass es dabei gravierende Unterschiede je nach Bundesland gibt, ergab die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken. Am günstigsten ist der Eigenanteil in Thüringen mit durchschnittlich 237,19 Euro im Monat; am höchsten ist er in Berlin: hier zahlt ein pflegebedürftiger Mensch monatlich 872,50 Euro. Der Bundesdurchschnitt betrug am Stichtag, dem 1. April, 602,13 Euro.

Anders als bei der Krankenversicherung müssen Pflegebedürftige bei der Pflege dazuzahlen, da die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten trägt.

Als Gründe für die Unterschiede nannte das Bundesgesundheitsministerium unter anderem unterschiedliche Personalschlüssel: So ist in Berlin eine Vollkraft im Schnitt für 3,9 Bewohner mit Pflegestufe 2 zuständig, in Schleswig-Holstein für 5,4.   

Die Fraktion Die Linke hatte bereits im März im Bundestag einen Antrag gestellt, um die Eigenanteile in Pflegeheimen senken und Pflegebedürftige zu entlasten. Sie fordert die Bundesregierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, damit die Eigenanteile gedeckelt und festgeschrieben werden. Außerdem solle die Pflegeversicherung zu einer Pflegevollversicherung, die alle pflegerischen Leistungen trägt, umgestaltet werden. Die Fraktion begründete ihren Antrag damit, dass die Pflege arm mache und viele Menschen in die Sozialhilfe treibe.