Im Fußboden sind Sensoren eingebaut. Stürzt z.B. Herr Brönimann und bleibt länger auf dem Boden liegen, wird ein Alarm ausgelöst und ein Mitarbeiter des häuslichen Pflegedienstes erhält eine SMS.  Von seinem Büro aus kann nun der Pfleger den ferngesteuerten Roboter in Ehepaar Brünimanns Wohnung lenken, sich durch eine Videokamera einen Überblick über die Situation verschaffen und eventuell sofort Hilfe schicken. Über Skype – ebenfalls über den Roboter - können Pfleger und Patient miteinander kommunizieren.

Kurt und Elisabeth sind fiktive Personen. Ihre Wohnung befindet sich auf dem Campus der Abteilung Medizininformatik der Berner Fachhochschule in Biel. Professor Jürgen Holm, Leiter der Abteilung und seine Studenten und Mitarbeiter haben die Brünimanns erfunden und ihr Wohn- und Schlafzimmer mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. „Wir wollten ein möglichst realitätsnahes Setting“, so Holm. Das sogenannte Living Lab ist ein europaweit einzigartiges Versuchslabor, in dem technische Assistenzsysteme für die Pflege der Zukunft entwickelt werden. Neben den Sensoren im Boden und dem Roboter, der skypen kann, gibt es ein im Kleiderschrank integriertes Tablet mit Wettervorhersage und Anziehtipps. Das Tablet macht Kleidungsvorschläge gemäß der aktuellen Wetterlage. Akzeptiert die Person den Vorschlag, dann zeigt das Tablet an, wo im Schrank die entsprechenden Kleidungsstücke zu finden sind.

Bis jetzt besteht die futuristische Alterswohnung der Brünimanns nur aus Wohn- und Schlafzimmer. Aber Professor Holm und seine Studenten tüfteln im Moment noch an Badezimmer und Küche.

In drei bis fünf Jahren, so Holm, könnten gewisse Technologien, die hier getestet werden, auf den Markt kommen. Außer der Altenwohnung gehört zum Living Lab noch eine Intensivstation mit Dummy, eine Apotheke sowie das Sprechzimmer eines Hausarztes. 

Wie in Deutschland gibt es auch in der Schweiz einen massiven Personalmangel im Gesundheitswesen, der sich in Zukunft noch vergrößern wird. Die von den Medizininformatikern in Biel entwickelten Technologien sollen Pflegekräfte und Angehörige unterstützen. Ziel ist, dass die Senioren solange wie möglich zu Hause wohnen können und nicht auf externe Hilfe angewiesen sind.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Jürgen Holm
T +41 32 321 63 04
E-Mail

Höheweg 80CH-2502 Biel/Bienne

 

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