Zusätzliche Aufwendungen bei zugleich weniger Einnahmen entstanden den stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen durch die Corona-Pandemie. Noch bis zum 30. September 2020 sollten sie diese Mehrkosten unmittelbar von den Pflegekassen erstattet bekommen. Am Mittwoch beschloss das Bundeskabinett eine Verlängerung des sog. „Pflege-Rettungsschirms“, allerdings nur bis zum Jahresende.

Für die Pflegeheime bedeutet der Rettungsschirm, dass sie Ausgaben für Schutzausrüstung sofort ersetzt bekommen. Sie können auch fremdes Personal einsetzen und Überstunden anordnen, trotz anders lautender Verträge.  Bei Mindereinnahmen, die den Einrichtungen wegen Corona entstehen, weil sie keine neuen Pflegebedürftigen mehr aufnehmen können, erstatten die Kassen die fehlenden Einnahmen für Unterkunft, Verpflegung und Eigenanteil.

Am Mittwoch, dem 2. September standen im Bundeskabinett neben den vorgelegten Änderungen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) auch die Verlängerungen des Rettungsschirms für die Leistungserbringer im Pflegebereich bis 31. März 2021 zur Diskussion. Im letzten Moment wurde dieser Zeitraum im Bundeskabinett auf Ende Dezember dieses Jahres verkürzt.

Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) begrüßte die Entscheidung als wichtige Unterstützung für Pflegeunternehmen: „Die Verlängerung der gesetzlichen Garantie, dass alle coronabedingten Mehrbelastungen und Einnahmeausfälle zeitnah ausgeglichen werden können, hält den Einrichtungen und Diensten weiter den Rücken frei“, erklärte Bundesgeschäftsführer Thomas Knieling. Insbesondere mit Blick auf den Herbst und Winter rechnet er mit neuen Herausforderungen im pflegerischen Betrieb, die bewältigt werden müssen.

Der VDAB ist einer der größten privaten Trägerverbände Deutschlands und vertritt bundesweit konsequent die Interessen der Unternehmen in der Privaten Professionellen Pflege.

Viele weitere Vertreterinnen und Vertreter der Pflege-Branche nahmen die Verlängerung des Rettungspakets ebenfalls mit großer Erleichterung auf. Allerdings bezogen sich die meisten Reaktionen noch auf den alten Zeitraum bis Ende März 2021.