Jugendliche finden soziale Berufe grundsätzlich attraktiv: 21 Prozent der befragten Jugendlichen kann sich vorstellen in der Pflege zu arbeiten, in der Kindertagesbetreuung sogar 24 Prozent. Beide Berufe werden als anspruchsvoll und abwechslungsreich betrachtet. Verdienst und Laufbahn werden aber als wenig attraktiv angesehen. Das ergab die repräsentative Befragung „Kindertagesbetreuung und Pflege – attraktive Berufe?“, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) jetzt in Berlin vorstellte. Die Zahlen wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom SINUS-Institut für Markt- und Sozialforschung erhoben.

Drei Viertel der Befragten halten die Arbeit für anspruchsvoll. 84 Prozent erklären, sie könne gleichermaßen von Männern wie Frauen verrichtet werden. Rund 80 Prozent der Jugendlichen sagen, das Gehalt sei zu gering für das, was die Menschen leisten. Die Aufstiegsmöglichkeiten werden von der Hälfte der Befragten als schlecht eingeschätzt.

Bundesjugendministerin Franziska Giffey sagte dazu in Berlin: „Wir brauchen dringend Nachwuchskräfte für die Pflege und die Frühe Bildung. Gerade die vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass Pflegefachkräfte und Erzieherinnen und Erzieher für unsere Gesellschaft doppelt systemrelevant sind: Sie leisten nicht nur hochqualifizierte Arbeit, sondern sichern zusätzlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Millionen Mütter, Väter und Angehörige.“ Vor dem Hintergrund der Umfrageergebnisse erklärte die Ministerin, wie sie die Aufwertung der Pflegeberufe voranbringen will: „Wichtige Hebel, um die Jugendlichen für einen Berufseinstieg zu gewinnen, sind mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen und Aufstiegsmöglichkeiten.“

Für die Studie waren zwischen März und Mai 2020 jeweils rund 1.000 repräsentativ ausgewählte Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren zu ihrer Haltung zum Pflege- und zum Erzieherberuf online und in Interviews befragt worden. Die vollständige Studie soll Mitte August vorliegen. Die Kernergebnisse finden Sie hier:

Das Bundesministerium für Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (bmfsfj) bietet außerdem ein Booklet „Systemrelevant“ für Erzieher- und Pflegeberufe zum Downloaden an, das Daten und Entwicklungen zu beiden Berufen beinhaltet:

Broschüre: Systemrelevant - Fachkräfte in der Pflege

Broschüre: Systemrelevant - Fachkräfte in der Frühen Bildung