Die Bundesregierung will künftig bessere Rahmenbedingungen für Menschen mit Demenz schaffen. Dafür hat das Bundeskabinett am 1. Juli die Nationale Demenzstrategie verabschiedet. Im September soll die konkrete Umsetzung von 160 Maßnahmen starten.

Bündnispartner sind die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Länder und Kommunen, die Verbände des Gesundheitswesens und der Pflege sowie die Sozialversicherungsträger.

"In einem breiten Bündnis macht sich die Bundesregierung damit auf den Weg, Deutschland demenzfreundlich zu gestalten", erklärten Seniorenministerin Franziska Giffey (SPD), Gesundheitsminister Jens Spahn und Forschungsministerin Anja Karliczek (beide CDU).

Für die  Nationale Demenzstrategie wurden 27 Ziele formuliert und insgesamt rund 160 Maßnahmen vereinbart. Dazu gehören unter anderem:

  • lokale Netzwerke für Beratung und Unterstützung von Betroffenen und Angehörigen sowie Netzwerke zur pflegerischen Versorgung, für die die Mittel aus der Pflegeversicherung deutlich erhöht werden sollen.
    Professionelle und ehrenamtliche Unterstützungs- und Beratungsangebote sollen - gerade für die schwierige erste Phase - ausgebaut werden. 
  • Um Angehörigen von Demenzkranken die Möglichkeit zu geben, Pflege und Beruf zu vereinbaren, sollen Unternehmen, Kommunen und pflegende Angehörige Strategien entwickeln und Netzwerke knüpfen. Das Seniorenministerium richtet dafür auf Bundesebene eine "Regiestelle" ein.
  • Verschiedene Forschungseinrichtungen sollen durch den Aufbau eines nationalen klinischen Demenzforschungsnetzwerks und eines Netzwerks zur Demenzversorgungsforschung gefördert und der Zugang zu Daten für Forschungszwecke erleichtert werden.

Derzeit sind den Angaben zufolge rund 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, 2050 könnten es bereits 2,8 Millionen sein.