Mängel, aber auch Verbesserungen in der Pflege.
5. Pflege-Qualitätsbericht von MDK und MDS vorgestellt


Um die Pflegequalität weiter zu sichern und auszubauen, sind nach wie vor externe Qualitätsprüfungen mit professioneller Beratung durch den MDK und den „Grünen Haken für Lebensqualität“ in stationären Pflegeeinrichtungen unverzichtbar!


„Viele Pflegeheime und ambulante Pflegedienste erfüllen die Anforderungen an eine gute Pflege. Aber es gibt weiterhin Verbesserungsbedarf.“ So beschreibt, der GKV-Spitzenverband das Ergebnis des 5. Pflege-Qualitätsberichts, den der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) am 1.Februar 2018 in Berlin vorgestellt hat.
Der GKV ist die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland. Mängel stellten die Gutachter etwa bei der Schmerzerfassung fest. Im Gegensatz zur Schmerztherapie, die Aufgabe des Arztes ist, gehört die Schmerzerfassung in den Bereich der Pflege.
Werden die notwendigen Informationen für eine geeignete Therapie vom Pflegepersonal nicht eingeholt, leiden die Pflegebedürftigen ganz unnötig. Denn wenn die Schmerzerfassung nicht systematisch erfolgt, so Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS, „können Medikamentengaben nicht angepasst werden. Oder Beispiel Wundversorgung – bei jedem vierten Pflegebedürftigen ist sie nicht nach dem aktuellen Wissensstand erfolgt“.
Das ist eine Verschlechterung gegenüber den Ergebnissen des 4. Pflege-Qualitätsberichts vor drei Jahren: Während in diesem noch 79 Prozent nach aktuellem Wissenstand versorgt wurden, waren es im neuen Bericht nur noch 75,6 Prozent.
Bei den Vorbeugemaßnahmen um ein Wundliegen der Bewohner zu vermeiden, zeigen sich leichte Verbesserungen: 43,7 Prozent der Heimbewohner hatten ein Dekubitus-Risiko. Bei 80,7 Prozent wandte das Pflegepersonal Prophylaxen wie Lagerungswechsel an und setzte Hilfsmittel ein. 2013 wurden damals nur bei 75,6 Prozent die erforderlichen Prophylaxen umgesetzt. Gleichwohl sei damit noch kein zufriedenstellendes Niveau erreicht, bemerkt der GKV.
Leichte Verbesserungen zeigen sich auch bei freiheitsentziehenden Maßnahmen: Bekamen 2013 noch rund 12,5 Prozent der Heimbewohner Bettgitter oder Bauchgurte, waren es bei den aktuellen Prüfungen nur noch 8,9 Prozent. Nicht zuletzt durch die Beratung von externen Gutachtern des MDK oder des Grünen Hakens werden inzwischen häufiger Alternativen zu freiheitseinschränkenden Maßnahmen eingesetzt, zum Beispiel Matratzen auf dem Boden oder Sensormatten zum Schutz vor Stürzen. Ziel muss aber sein, freiheitseinschränkende Maßnahmen weiter zurückzuführen, so der GKV. Gute Einrichtungen kommen heute weitgehend ohne freiheitseinschränkende Maßnahmen aus.
Grundlage des Berichts sind Daten aus über 26.000 Qualitätsprüfungen, die im Jahr 2016 in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten durch den MDK stattgefunden haben. Die MDK-Prüferinnen und Prüfer untersuchten dabei die Versorgungsqualität bei 175.000 pflegebedürftigen Menschen, die zufällig und stichprobenartig ausgewählt wurden. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Pflege in Deutschland.
Um die Pflegequalität weiter zu sichern und auszubauen, sind nach wie vor externe Qualitätsprüfungen mit professioneller Beratung durch den MDK und den Grünen Haken für Lebensqualität in stationären Pflegeeinrichtungen unverzichtbar!

Blog-Archiv

2017 (15)

Dezember (4) November (5) Oktober (5) September (1)