Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert bei den Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen, einen „Grundschutz“ in der Pflege zu gewährleisten, um wieder Besuche in Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte dazu der dpa: „Pflegeheime sind keine Gefängnisse. Heimbewohner werden aber in Haft genommen, weil der Bundesgesundheitsminister, die Gesundheitsminister der Länder und die Betreiber beim Grundschutz in der Altenpflege versagen.“

Solange die Versorgung von Schutzausrüstung in Altenheimen und der ambulanten Pflege nicht gesichert ist, sei „jede Exit-Strategie hochgefährlich“, so Brysch. Es sei jetzt an der Zeit, die Altenheime und die Pflegedienste durch Bund, Länder und Gemeinden praktisch mit Mannschaft und Gerät zu unterstützen. Weiterhin fehle ein praxistaugliches Krisenmanagement, das die Brennpunkte in den Blick nimmt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert „mobile Taskforces“ aus Ärzten und Pflegern der Krankenhäuser, niedergelassenen Medizinern und Altenpflegekräften. Solche Freiwilligen-Pools könnten vor Ort eingreifen, wo eine Kettenreaktion drohe. Auch sei eine Verschärfung der Richtlinien des RKIs für die Covid-19-Testungen überfällig. Jeder Heimbewohner muss sofort getestet werden, sobald sich Grippesymptome zeigen. Darüber hinaus sei es wichtig, die systematische Testung der Pflegebedürftigen je Heim zu beginnen.

„Sobald dieser Infektionsschutz gegeben ist, können Besuche über Zugangsschleusen erfolgen“, sagte Stiftungsvorstand Brysch. Spätestens Ende Februar habe sich im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg abgezeichnet, was in der Corona-Krise auf Deutschland zukommt. „Doch selbst heute nach acht Wochen können Bund, Länder und Kommunen immer noch nicht garantieren, dass Gesichtsschutz, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel für mindestens 14 Tage reichen. Wer Lockerungen nach Ostern ins Spiel bringt, der muss garantieren, dass der Grundschutz dauerhaft steht“, argumentierte Brysch.