Die gesetzlichen Krankenkassen wollen den Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten in Deutschland sämtliche Kosten erstatten, die durch die Corona-Krise entstehen. „Die Finanzierung auch des zusätzlich Notwendigen wird von der Pflegeversicherung unbürokratisch sichergestellt", sagte Gernot Kiefer, Vizevorsitzender des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Die Pflegeversicherung verfüge über ausreichend Rücklagen, um die durch Corona bedingten Mehrkosten auszugleichen.

Pflegende besonders gefährdet

Bundesweit werden rund vier Millionen Pflegebedürftige in 11.700 vollstationären Pflegeheimen und von über 15.000 ambulanten Pflegediensten versorgt. „Uns allen muss klar sein, dass die Bewohner in den Pflegeheimen und die ambulant betreuten Pflegebedürftigen eine besonders gefährdete Personengruppe sind.“

Finanzielle Unterstützung

„Pflegekräfte können nicht im Homeoffice arbeiten oder auf körperliche Distanz gehen. Für die Pflegekräfte in Heimen und bei ambulanten Diensten seien Handschuhe, Atemmasken und auch zusätzliche Desinfektion enorm wichtig“, sagte Kiefer. "Wir stehen dafür gerade, dass auch das finanziert wird."

Entlastung der Pflegenden

Durch die Corona-Krise sind die Pflegerinnen und Pfleger einer außerordentlichen Belastung ausgesetzt. Daher hat der GKV Maßnahmen ergriffen, um diese Berufsgruppe zu entlasten. Der Pflege-TÜV wird bis Ende Mai ausgesetzt, bei Pflegegeldempfängern finden vorerst keine kontrollierenden Hausbesuche mehr statt und in den Tagespflegeeinrichtungen werden die Pflegekräfte weiter finanziert, auch wenn die Einrichtungen geschlossen werden. „Die so freigewordenen Pflegekräfte sollen weiter in der in der Pflege eingesetzt werden, beispielsweise die Pflege der Heimbewohner unterstützen“, so Kiefer.

Zum Schluss äußerte sich Gernot Kiefer zuversichtlich über die Sicherstellung der Pflege in der Corona-Pandemie: „Die soziale Pflegeversicherung mit ihren 73 Millionen Versicherten ist eine starke Solidargemeinschaft, die großes leisten kann.“