Mindestens 20 Sekunden die Hände unter dem laufenden Wasserhahn einseifen, das wird der Bevölkerung im Kampf gegen den Corona-Virus dringlichst nahegelegt. Für professionell Pflegende dagegen gilt: Hände weg von Wasser und Seife und hin zur Desinfektion. Das empfiehlt die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) um Exzeme und Kontaktdermatitis zu vermeiden.

Auf ihrer Homepage stellt die Unfallkasse, die derzeit 8 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen gegen Berufskrankheiten versichert, einen Hauttest für den Selbstcheck zur Verfügung.

Er soll den Nutzern dabei helfen, einzuschätzen, ob trockene Stellen, Juckreiz, Rötungen und Schuppungen bereits so ausgeprägt sind, dass ein Hautarzt zu Rate gezogen werden sollte.

Da Beschäftigte in medizinischen und sozialen Berufen häufig mit Wasser und Chemikalien in Berührung kommen, treten bei ihnen oft Hautkrankheiten auf, wie auch die jüngste Statistik der BGW zeigt. 7149 Meldungen über Hautkrankheiten gingen 2016 ein. Zum Vergleich: Rückenbeschwerden wurden im selben Jahr „nur“ 2167mal bei der Unfallkasse gemeldet.

Die BGW empfiehlt eine Reihe an Maßnahmen, damit Hygiene und Gesundheit der Haut bewahrt werden. Ein Rat lautet: Nicht zu oft die Hände waschen! Denn dadurch gehen Hautfette und Feuchthaltefaktoren verloren. Die Haut trocknet aus und sogenannte Abnutzungsekzeme können entstehen. Händedesinfektionsmittel ist hautverträglicher als Händewaschen. Es enthält zwar in der Regel Alkohol, trocknet aber die Hände nicht so sehr aus, weil es rückfettende Substanzen enthält. Und auch das Tragen von Ringen und Schmuck an Handgelenken und Unterarmen ist problematisch, weil sich unter diesen ein Feuchtigkeitsstau bilden kann.

Die genauen Empfehlungen des BGW kann man im „Hautschutz- und Händehygieneplan für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kranken- und Altenpflege“ nachlesen.