In Deutschland müssen Pflegebedürftige immer mehr aus der eigenen Tasche dazu zahlen. Ein Ländervergleich zeigt, warum das so ist: Hierzulande sind die öffentlichen Ausgaben für die Pflege - gemessen an der Wirtschaftsleistung - erheblich geringer als in den Nachbarstaaten. Spitzenreiter sind Norwegen und Schweden, die 2,7 Prozent ihres BIP für die Pflege ausgeben, in Deutschland sind es nur 1,5 Prozent. Dänemark gibt 2,3 Prozent und Belgien 2,1 Prozent seines BIP für die Pflege aus.  Auch Island, die Schweiz und Finnland wenden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung ebenfalls mehr Geld für die Pflege auf als Deutschland.

Um zur Spitzengruppe aufzuschließen, müssten die öffentlichen Pflegeausgaben in Deutschland um rund 30 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Derzeit gibt die gesetzliche Pflegeversicherung etwa 42 Milliarden Euro im Jahr aus.

Das ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Links-Fraktion. Um zur Spitzengruppe aufzuschließen, müssten die öffentlichen Pflegeausgaben in Deutschland um rund 30 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Derzeit gibt die gesetzliche Pflegeversicherung etwa 42 Milliarden Euro im Jahr aus. Die Zahlen stammen von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die pflegepolitische Sprecherin der Linken, Pia Zimmermann, forderte die Einführung einer Vollversicherung in der Pflege, die auch die Privatversicherten und die Beamten einschließt. . „Mit diesem Konzept kann ohne Probleme endlich erreicht werden, was in Skandinavien und anderen Ländern seit Jahren gelebte Praxis ist - bedarfsdeckende Pflege der Menschen mit Pflegebedarf, spürbare Entlastung der pflegenden Angehörige und gute Arbeitsbedingungen für die beruflich Pflegenden“, sagte Zimmermann: „Das sollte uns 30 Milliarden Euro Mehrausgaben wert sein“, betonte sie.

Gesundheitsminister Jens Spahn wollte bis zur Jahresmitte Vorschläge für eine Finanzreform der Pflegeversicherung vorlegen. Es gehe darum, einen fairen Ausgleich zwischen dem, was die Pflegeversicherung übernehmen könne und was in der Verantwortung der Pflegebedürftigen und deren Eigenanteilen liege, zu finden, erklärte er kürzlich.