Stürze sind die häufigste Ursache von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit. „Menschen werden nicht krank, weil sie älter geworden sind, sondern weil sie sich nicht genug bewegen. Regelmäßiges körperliches Training ist die beste Medizin, um Muskelschwund, Gebrechlichkeit und Pflegebedürftigkeit möglichst lange entgegenzuwirken“, sagt Professor Martin Halle vom sportmedizinischen Institut der TU München.

Im Vorfeld der Studie wurde ein sechsmonatiges Pilotprojekt mit 77 Teilnehmern zwischen 75 und 104 Jahren im KWA Stift Rupertihof in Rottach-Egern und im Diakoniewerk München-Maxvorstadt durchgeführt.

Bei der cluster-randomisierten Längsschnittstudie mit 20 Senioreneinrichtungen und rund 400 Teilnehmern sollen die gesundheitsfördernden Effekte des Trainingsprogramms nachgewiesen werden. Senioreneinrichtungen im Großraum München haben die Chance, dabei zu sein. Damit das Projekt wissenschaftlich durchgeführt werden kann, müssen die interessierten Einrichtungen bereit sein, sowohl als Trainings- oder Kontrolleinrichtung teilzunehmen. Die Zuordnung erfolgt per Los. Mit Unterstützung des Studienteams wird in den Trainingseinrichtungen zunächst ein Trainingsbereich installiert. Die Krafttrainingsgeräte sind altersangepasst und so auch für Hochbetagte einfach zu bedienen. Bewohner der Trainingseinrichtungen haben die Gelegenheit, zweimal wöchentlich kostenfrei, unter professioneller Anleitung und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ein Kraft-, Koordinations- und Ausdauertraining zu absolvieren. Das Training erstreckt sich über sechs Monate, in denen die Teilnehmer vor, während und danach internistisch und sportmedizinisch untersucht werden. Teilnehmer der Kontrolleinrichtungen erhalten bei zwei Informationsveranstaltungen Tipps zu gesundem Altern. Zusätzlich werden auch sie im Studienverlauf regelmäßig bezüglich ihrer Gesundheit und ihres Sturzrisikos untersucht. Das Projekt beginnt im Januar 2020 und läuft bis Dezember 2021. Die Kosten für Training, Geräte und Untersuchungen werden im Rahmen des Projekts übernommen.

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