Am Freitag (14. Juni) hat sich in Berlin die „Bundesvereinigung Arbeitgeber in der Pflegebranche“ (BVAP) gegründet mit dem Ziel, gemeinsam mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi einen Tarifvertrag für die gesamte Branche auszuhandeln.
Dem neuen Verband gehören bislang allerdings nur Pflegeeinrichtungen des Arbeiter-Samariter-Bundes, der Arbeiterwohlfahrt und der Diakonischen Dienstgeber Niedersachsens an. Unterstützung erhält die BVAP vom Paritätischen Gesamtverband und der Volkssolidarität. Die Ziele des neuen Verbands decken sich mit den Plänen von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), die Löhne in der Pflege zu verbessern und nach Abschluss eines Tarifvertrags, diesen für die ganze Branche verbindlich zu machen.
Von den privaten Pflegeanbietern kam Kritik an dem neuen Verband. Der Vorsitzende des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (BpA), Rainer Brüderle, nannte die Gründung einen „Kuschelkurs der AWO mit Verdi“, der die Tarifautonomie schwäche sowie die Position von Arbeitgebern und Gewerkschaften.
Derzeit vertritt der neue Verband rund 50.000 Mitarbeiter. In der Altenpflege insgesamt sind etwa 1,1 Millionen Menschen beschäftigt, davon etwa die Hälfte bei privaten Arbeitgebern.

Das Foto zeigt den Vorstand des neuen Arbeitgeberverbandes Pflege:
Ulrich Bauch (Bundesgeschäftsführer ASB), Rüdiger Becker (Vorsitzender Diakonischer Dienstgeberverband Niedersachsen) und Gero Kettler (Geschäftsführer Arbeitgeberverband AWO Deutschland).