In Deutschland hofft man, den Pflegenotstand durch erleichterte Zuwanderung ausländischer Fachkräften in den Griff zu kriegen. Schweizer Forscher sehen die Zukunft der Pflege dagegen in der Robotik.

Hartmut Schulze ist Professor an der Hochschule für Angewandte Psychologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und entwickelt mit seinen Mitarbeitern Roboter, die alten Menschen den Alltag erleichtern sollen.

Professor Schulze sieht in sozialen Robotern ein großes Potenzial. Sie können Seniorinnen und Senioren dabei zu unterstützen, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen: Für Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, können Roboter kleine alltägliche Aufgaben erledigen. Sie können mit Wetter-Daten gefüttert werden und Empfehlungen bei der Auswahl der Kleidung geben oder Gymnastikübungen vormachen. „Bis der Roboter aber Pflege am Körper übernehmen kann, vergeht noch einige Zeit“, so Hartmut Schulze. „Sie sind nicht für die konkrete Pflege zuständig, sondern fordern und fördern Menschen kommunikativ“. Alte Menschen leiden oft unter Einsamkeit. Wenn Freunde und Familie fehlen, können die freundlich wirkenden Roboter mit den Seniorinnen und Senioren reden oder singen und verhindern so, dass ältere Menschen komplett verstummen. Mit ihren großen Augen und ihren Kinderstimmchen kommen die Roboter „Pepper“ oder „Nao“ v.a. bei kleinen Kindern und älteren Menschen sehr gut an.

Und selbst Professor Schulze kann es passieren, dass er ihrem Charme erliegt: „Wenn man bei diesen Robotern das Gefühl hat, dass sie einfach nach einem Programm etwas zu einem sagen, dann hat man das Gefühl, man redet mit so einem dummen Softwareteil.“ Sobald sie jedoch anfingen, etwas Unerwartetes zu tun, gestehe man ihnen ein Stück weit Autonomie und Eigenständigkeit zu. Und er ertappt sich dann dabei, dass sie bei ihm menschliche Gefühle auslösen.  

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