Zum internationalen Tag der Pflege am 12. Mai hatte die Gewerkschaft Verdi in Kiel zu Demonstrationen unter dem Motto "Pflegenotstand? Pflegeaufstand!" aufgerufen. Etwa 600 Pflegebeschäftigte (laut Polizei) sind diesem Aufruf gefolgt.
Auch in anderen Städten gab es Demonstrationen. In Dresden fand zum 2. Mal der „Walk of Care“ statt, an dem - nach Polizeiangaben - ca. 300 Pflegende teilnahmen. Wie bereits im letzten Jahr hatte das »Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus und in der Pflege« gemeinsam mit Verdi dazu aufgerufen.
Hauptkritikpunkt war die zunehmende Arbeitsverdichtung durch Personalmangel. Es fehle an Personal, worunter nicht nur die Pflegekräfte, sondern auch Patienten und Angehörige zu leiden hätten. "Die Belastungsgrenzen seien längst überschritten“, betonten die Demonstrierenden. Sie kritisierten Personaluntergrenzen und das Pflegepersonalstärkungsgesetz von Jens Spahn, das keinerlei Verbesserung gebracht habe.
In Schleswig-Holstein protestierten die Pflegefachkräfte auch gegen die Pflegeberufekammer, denen alle Pflegekräfte beitreten müssten. Mit den Zwangsmitgliedsbeiträgen kämen ca. drei Millionen Euro zusammen, sagte Ines Lobitz, die am UKSH in Kiel arbeitet. Die Demonstrierenden wehrten sich dagegegen, „diese Kammer aufgezwungen zu bekommen“ und forderten die Landesregierung auf, alle Pflegekräfte zu befragen, ob sie diese Kammer wollten.