Zu Beginn dieses Jahres stiegen die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozent und damit auf 3,05 Prozent des Bruttoarbeitslohnes. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung geht davon aus, dass dieser Beitragssatz bereits in einigen Jahren nicht mehr kostendeckend sein wird.

Seit Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 sind die Kosten für Pflegebedürftige kontinuierlich gestiegen: 1995 lag der Beitrag zur Pflegeversicherung bei gerade einmal einem Prozent des Bruttolohns. Während die Ausgaben für die Pflege 2017 noch bei 35,5 Milliarden Euro lagen, rechnet die Prognos-Studie zur Finanzentwicklung in der Pflegeversicherung der Bertelsmann-Stiftung für das Jahr 2045 mit 141 Milliarden Euro. Dafür müsste der Beitragssatz von 2025 bis 2045 schrittweise auf 4,25 Prozent steigen.

Der gewaltigen Summe für die Pflege liegt die Annahme der Forscher zugrunde, dass bis zu diesem Zeitpunkt etwa 5 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sein werden. Heute sind es rund 3,5 Millionen. Außerdem soll es bis dahin mehr Pflegekräfte geben und diese sollen besser bezahlt sein.

Die Forscher gehen davon aus, dass in Zukunft mehr Menschen in Pflegeheimen untergebracht sein werden. Denn immer weniger alte Menschen werden von Angehörigen versorgt werden. Dafür gibt es verschiedene Gründe: die Zahl der Kinder sinkt, immer mehr Frauen arbeiten und immer seltener leben Großeltern und jüngere Generationen unter einem Dach.