Spitzenverband der Pflege-Fachkräfte gegründet

Am Freitag (14.06.) wurde in Berlin ein Interessenverband gegründet, der die Interessen der rund 1,6 Millionen Beschäftigten in der Alten- und Krankenpflege gegenüber der Bundespolitik vertreten soll: die sogenannte „Pflegekammerkonferenz“, die als Vorläufer einer Bundespflegekammer geplant ist.

Gründungsmitglieder sind die bereits existierenden Pflegekammern in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sowie der Deutsche Pflegerat als Dachverband diverser Berufsverbände. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sind im Moment dabei, Landespflegekammern ins Leben zu rufen. Dabei will sie die Pflegekammerkonferenz unterstützen.
Die geplante Bundespflegekammer soll nach der 1947 gebildeten Ärztekammer ausgerichtet werden, allerdings ohne einen Präsidenten an der Spitze. Vielmehr stellen die Chefs der  beteiligten Organisationen gleichberechtigt den Vorstand.

Die Aufgabe der Pflegekammerkonferenz besteht neben Lobbyarbeit in Berlin, vor allem darin, die unterschiedlichen Berufs- und Weiterbildungsorganisationen für die Pflegeberufe abzustimmen.

Der Bundes-Pflegebevollmächtigte Andreas Westerfellhaus begrüßte ausdrücklich die Gründung einer bundesweiten Spitzenorganisation für Pflege-Fachkräfte.

Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte er: „Es wird Zeit, denn bisher haben viele für die Pflege gesprochen und entschieden, aber es war nie ,die' eine legitimierte Stimme der Pflege."

Nicht von allen werden Pflegekammern begrüßt, vor allem die Gewerkschaft Verdi kritisiert seit längerem die Pflichtmitgliedschaft und die hohen Jahresbeiträge. Verdi favorisiert ein Alternativmodell wie die „Vereinigung der Pflegenden in Bayern“. Dieses vereine die jeweiligen Stärken der in Deutschland zurzeit vorhandenen Modelle zur Vertretung von Pflegekräften.

 

Fotos:

Die Präsidentinnen und Präsidenten der Landespflegekammern und des DPR unterzeichnen die Gründungserklärung der Pflegekammerkonferenz (v.l.n.r.):: Dr. Markus Mai, Patricia Drube, Sandra Mehmecke, Franz Wagner