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soz. Betreuung







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Stichwort zu Angebot oder Ausstattung (z. B. "eigene Möblierung", "Friseur", "Vollkost")


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Gutachter*innen im Porträt

Im Einsatz für Senioren und Tiere: Hilde Böbel-Herrnböck

Seniorenheim-Besuchsgruppe

Seniorenheim-Besuchsgruppe

Hilde Böbel-Herrnböck stand als Leiterin eines IT-Bereichs mit rund 40 Mitarbeitern voll im Beruf, als ihre Mutter eine Gehirnblutung erlitt. Es folgten monatelanger Krankenhausaufenthalt und Reha. Böbel-Herrnböck musste mit ihrer Mutter wieder alles üben: das Stehen, das Gehen. Aber sie hatten Erfolg. Die Mutter gewann ihre Selbständigkeit zurück, konnte wieder zur Gymnastik oder ins Theater gehen.

Nach fünf guten Jahren musste sie sich jedoch einer Reihe an Gehirnoperationen unterziehen, die an ihr nicht spurlos vorübergingen und wieder stand Böbel-Herrnböck vor der Frage: Was machen wir jetzt? Sie entschied sich dafür, ihre Mutter in einem Heim unterzubringen, das nicht zu weit weg und nicht zu groß war und von dem sie die Leiterin kannte. Durch die täglichen Besuche lernte sie Abläufe, aber auch Defizite in Einrichtungen kennen. „Viele Einrichtungen sind im Prinzip ok. Als Angehöriger ist man aufgerufen, mitzuhelfen.“ Auf ihre Initiative hin entstand ein Tierbesuchsdienst im Heim der Mutter.

„Die positive Wirkung von Tieren auf Menschen ist inzwischen vielfach wissenschaftlich untermauert“, sagt Böbel-Herrnböck. Sie hat selbst einen Hund und zwei Katzen und hat sich jahrelang für die Tierschutzinitiative Odenwald engagiert. Tierhaltung in Seniorenheimen ist ihr ein persönliches Anliegen: „„Ein Hund oder eine Katze sind oft der letzte Weggefährte eines alten Menschen. In der Senioreneinrichtung meiner Mutter habe ich erlebt, wie Mitbewohnerinnen ein dreiviertel Jahr getrauert haben, weil sie sich von ihrem Tier trennen mussten. Die Eingewöhnung in ein Pflegeheim fällt tausend Mal schwerer, wenn der Umzug mit einer solchen Trennung verbunden ist. In den meisten Heimverträgen steht, Tiere seien willkommen. Aber wenn man nachhakt, sind damit nur Kleintiere, wie Vögel und Fische, gemeint.“

Böbel-Herrnböck ist auch Mitglied im Seniorenrat Bergstraße. Hier erfuhr sie vom Grünen Haken, bei dem sie von Beginn an, seit 2009, als ehrenamtliche Gutachterin tätig ist. „Als Gutachterin beim Heimverzeichnis habe ich mehr als hundert Häuser gesehen und nur eine relativ geringe Anzahl von Tieren, die da leben“, erzählt sie. „Aber es gibt Beispiele, die zeigen, dass Tierhaltung sehr gut möglich ist. Bei meinen Begutachtungen hake ich immer nach, wie es mit der Tierhaltung im jeweiligen Heim steht. Meiner Ansicht nach ist das Einstellungssache. Von Einrichtungsleitern, die Vorbehalte gegen Tierhaltung haben, höre ich oft: „Wir haben Therapiehunde zu Besuch“.

Aber das kann die Trennung vom eigenen Tier nicht aufwiegen. Oder sie verschanzen sich hinter angeblichen Hürden wie der Hygiene oder Vorbehalten des Medizinischen Dienstes. Ich habe aber auch schon von Einrichtungsleitern gehört, dass der Medizinische Dienst Verständnis für Tiere im Seniorenheim zeigte, wenn mit dem Wohlbefinden der Bewohner und deren seelischer Gesundheit argumentiert worden sei. Außerdem: Wer für ein Tier sorgt, hat eine sinnvolle Beschäftigung, die ihm guttut, die ihm zeigt, dass er wertvoll und wichtig ist. Das ist etwas anderes als Handtücher falten.“

Einrichtungsleiter, die selbst ein Tier besitzen, ständen einer Tierhaltung meist offen gegenüber: „Manchmal liegt der Hund eines Einrichtungsleiters bei diesem nur im Büro, manchmal gibt es auch solche Tiere, die vom ganzen Haus geliebt werden.“

Wenn sie als Gutachterin in Einrichtungen unterwegs ist, versucht sie anschaulich zu machen, welche Lösungen es bei der Tierhaltung gibt. „ Es gibt keine wirklichen Hindernisse. Hund oder Katze müssen natürlich geimpft sein und einen Haustierpass haben. Die einzelnen Wohnbereiche könnten so aufgeteilt sein, dass Katzen und Menschen mit Katzenhaarallergie in verschiedenen Bereichen leben. Die Einrichtung muss mit den Bewohnern genaue Vereinbarungen über die Tierhaltung treffen: Was passiert, wenn sich der Bewohner nicht mehr um sein Tier kümmern kann? Sie muss vor Ort ein Netzwerk aufbauen: ein Vertrag mit einem Tierarzt einem Tierheim abschließen. Das ist nichts Außergewöhnliches. Ein Heim hat ja auch Abkommen mit lokalen Ärzten, Frisören oder Fußpflegern.“

Ihrer Erfahrung nach scheuen sich viele Einrichtungen einfach vor Tierhaltung. „Sie wollen ihre Standardabläufe, aber mit Tieren wie mit Menschen können unvorhergesehene Dinge passieren.“

Hilde Böbel-Herrnböck ärgert sich darüber, wenn in Werbeflyern von Senioreneinrichtungen großmundig von Teilhabe am Leben die Rede ist. „Aber was ist das für eine Teilhabe, wenn ein Mensch seinen letzten Gefährten aufgeben muss?“ fragt sie. „Ich möchte nur, dass das Leitungspersonal dazu steht, was im Vertrag geschrieben steht. Ich finde das Wohlbefinden und die seelische Gesundheit, zu der die Tiere dem Menschen verhelfen, sind genauso wichtig wie die körperliche Hygiene. Aber es braucht noch sehr viel  argumentativen Druck auf diesem Gebiet.“

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